Freitag-Tasche Reference KollektionDie Taschen von Freitag sind cool und extrem schweizerisch. Wer kennt nicht die Geschichte der Freitag-Brüder, die 1993 ihre Idee zu einer wasserdichten Fahrradtaschen aus LKW-Planen hatten? Man sieht die bunten Freitag-Taschen überall. Fans tragen sie zu Businessanzügen, zur Uni, in der Freizeit oder als Velo-Bag. Seit ich in der Schweiz bin, träume ich schon von meiner eigenen Freitag-Tasche. Sie sind lässig, aus rezyklierten Materialien, jedes Mal ein Unikat und treffen genau den Geschmack der hippen Schweizer. Zugegebener massen sind sie auch recht hochpreisig.  Eine TOP CAT-Tasche oder eine LELAND-Tasche würden mir aber irgendwie das Gefühl geben mich optisch in die Schweiz zu integrieren. Ich bin allerdings noch aus der Suche nach dem perfekten Modell für mich.Viele meiner Freundinnen haben sich schon eine Freitag-Tasche gegönnt und ich erkundige mich immer bei ihnen nach ihren Erfahrungen.

Kürzlich traf ich mich mit meiner ukrainischen Freundin Galina aus Zürich zum Kaffi . Ihre Tasche aus der Freitag Reference Kollektion fiel mir sofort auf und ich gratulierte ihr zum geglückten Swiss Styling. Die Tasche war aus einem sonnigen Gelb mit einem dezenten Label „Freitag“ und passte perfekt zum „Zürcher Preppy Style“. So nenne ich den Look aus Bluse, Chinos und Mokassins. Galina schmunzelte über mein Kompliment und erzählte mir, dass ihr die Tasche zwar viele Komplimente, aber auch schon Probleme verursacht hätte. Da ich das absolut nicht verstehen konnte, erzählte sie mir die Geschichte dazu.

Anfang des Jahres war sie zu ihrer Mutter nach Kiew geflogen, um ihr bei der Renovierung des Hauses zu helfen. Zum Abschied wollte Galina ihrer Mutter ein Geschenk machen und ging in eine exklusive Parfümerie. Galina ist beruflich erfolgreich und wollte sich diese Geschenk etwas kosten lassen. Doch in diesem Geschäft wurde sie von den schick gekleideten Verkäuferinnen komplett ignoriert. Als Galina’s Geduld am Ende war, schnappte sie sich eine Verkäuferin und fragte sie warum sie nicht bedient wurde? Sie würde gerne etwas kaufen, sagte Galina, und zeigte auf ein kostspieliges Pflege-Set. Die Verkäuferin war sehr verlegen und entschuldigte sich wortreich. Sie erklärte Galina es täte ihr sehr leid, aber sie sähe ja überhaupt nicht aus, als könne sie sich diese Produkte überhaupt leisten. Schliesslich würde sie nur eine Plastiktasche tragen, sagte die Verkäuferin und zeigte auf Galinas Freitag-Tasche. Galina verstand sofort was die Frau meinte und vergass ihren anfänglichen Ärger.

Wir musste beide schrecklich lachen über dieses Missverständnis. Aber irgendwie machte es uns auch melancholisch. Stiller als sonst sassen wir dann noch zusammen und schauten dem Zürcher Treiben um uns zu.

Je nach Land ist man mit einer Tasche halt „in“ oder „out“. Hier ist man mit bestimmten Accessoires integriert, anderswo ist das total daneben. Integration, sei es auch nur optische Integration, ist nicht unproblematisch. Denn wenn man sich seiner neuen Heimat annähert, entfernt man sich damit vielleicht etwas von seiner alten Heimat.