Wer in der Deutsch-Schweiz lebt, muss Schweizerdeutsch verstehen. Was anfangs unmöglich erscheint, ist jedoch mit ein paar simplen Tipps schnell zu meistern. Wer Mundart verstehen will und sogar Schweizerdeutsch zu sprechen versucht, wird bald mit neuen Einblicken in seine Wahlheimat Schweiz belohnt.

 1) Viel Fernsehen schauen

Trotz Heimweh sollte man keine Kanäle oder Sendungen aus der alten Heimat schauen. Wer schnell Schweizerdeutsch lernen will, sollte sich unbedingt Sendungen in Schweizer Mundart ansehen. Besonders cool: So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe und lernt neben Schweizerdeutsch auch gleichzeitig die Schweizer Lebensart kennenlernen. Interessant für alle, die sich fragen: “Was beschäftigt die Schweizer? Was ist ihnen wichtig? Wie sehen die Schweizer die Welt?

Besonders empfehlenswert finde ich die Sendereihe des SRF “Bi de Lüt”

2) lokales Radio hören

Radio hören geht fast immer und überall: beim Autofahren genauso wie beim Putzen und es gibt für jeden Musikgeschmack etwas. Einzige Regel: Nicht den Sender wechseln, wenn zwischen den Songs geredet wird. Beim Radiohören gewöhnt man sich schnell an die Intonation, also die Sprachmelodie, des Schweizerdeutschen.

Für alle im Aargau empfehle ich meinen Lieblingsender: Radio Argovia

 

3) Langsam sprechen

Ein sinnvoller Einstieg zum Schweizerdeutsch lernen ist es, die eigene Sprachgeschwindigkeit anzupassen. Für uns Deutsche heisst das meist: langsamer sprechen. Meiner Erfahrung nach nehmen sich Schweizer gerne Zeit für eine Unterhaltung und haben ernstes Interesse wenn sie fragen, wie es einem geht.

 

4) Konjunktiv II benutzen

In der Schweiz ist die höfliche Formulierung und Anrede enorm wichtig. Grüssen Sie immer zuerst und benutzen Sie dann den  Konjunktiv II für Fragen oder Wünsche.

Zum Beispiel : “Grüezi, ich hätte gerne ein St. Galler Brot”. Oder:

“Grüezi, könnten Sie mir bitte sagen wo ich Bürobedarf finde?”

Mit ein bisschen Übung gewöhnt man sich gaaaanz schnell daran.

 

5) Wörterbuch kaufen

Manche Besonderheiten im Schweizerdeutschen kann man nicht nur durch Zuhören lernen – oder zu mindestens nicht so schnell. Eine gute Idee ist es sich ein Wörterbuch zu zulegen. Aufgepasst: Das gewählte Wörterbuch sollte den Dialekt der Wohnregion beinhalten. Wer im Wallis wohnt braucht kein Wörterbuch für “Zürideutsch”!

 

6) Unter Menschen gehen und üben

Zu hause bleiben ist die falsche Methode, um schnell Schweizerdeutsch zu lernen. Denn Schweizer sind gesellig, gerne und viel draussen. Einem Sportverein oder einem Strickklub beizutreten sind genauso gute Ideen, wie Malkurse oder Krabbelgruppen zu besuchen. Erlaubt ist was Spass macht. Die Idee dahinter: Wer unter Menschen geht hat viel Gelegenheit sein Schweizerdeutsch zu verbessern. Du versteht fast nichts? Fragen ist erlaubt wahres Interesse wird einem nicht krumm genommen.

 

7) Humor bewahren

Manche Schweizer finden es “herzig”, andere “peinlich”, wenn Zugewanderte versuchen Schweizerdeutsch zu sprechen. Perfekt kann man Schweizerdeutsch als Zugewanderter vielleicht nicht mehr erlernen. Egal. Fehler und Missverständnisse sollte man einfach mit Humor nehmen. Für mich ist es immer ein tolles Erlebnis neue Ausdrücke oder Wörter zu lernen. Je mehr ich weiss, desto mehr fühle ich mich zugehörig und weniger fremd.

 

Viel Spass beim Schweizerdeutsch lernen. Los gaaahts!!